W 111

Hier beschreibe ich nun die Restauration meiner Heckflosse.

Erworben habe ich sie am 01.01.1998 aus 1.Hand von einem Hotelier aus Wiesbaden mit einem Kilometerstand von 130Tkm....

Die große Flosse war schon immer ein Kindheitstraum von mir..egal wo sie auftauchte-ob im Fernesehen oder in Natura-schwärmte ich für sie und träumte davon irgendwann selbst am Steuer meiner eigenen Flosse zu sitzten....im Winter1998 sollte dieser Traum wahr werden....Ich bekam einen Sparvertrag ausgezahlt und dachte mir-jetzt oder nie-...

Ich durchblätterte alle Oldtimeranzeigen und sah mir diverse Flossen an,doch keine entsprach meinen Vorstellungen.

Dann fand ich diese in der Oldtimer-Markt,Ausgabe 12.1998...und machte mit dem Verkäufer einen Besichtigungstermin am 01.01.1999.um 10Uhr.

Nach dreistündiger Begutachtung stand fest-diese ist meine und ich überführte sie auf eigener Achse 400Km in die neue Heimat.

 

Diese beiden Schnee-fotos entstanden bei der geforderten Kurzbewertung nach Classic-Data,was folgte war eine notdürftige Schadensbegrenzung der Roststellen die die Flosse hatte...immerhin ungeschweißt war sie...ich machte erstmal alle Löcher dicht und versiegelte die Hohlräume mit Fertan und Wachs.

Es folgte der Sommer und ich wollte erstmal Spaß mit meiner Flosse haben ...also setzte ich als erstes die Technik instand und fuhr sie bis zum Herbst...

Im Winter machte ich mich nun an die Arbeit um die provisorisch reparierten Stellen fachgerecht instandzusetzten...

Was jedoch nach auftrennen des rechten Schwellers hervortrat sah nicht so gut aus und bedeutete doch mehr Arbeit als geplant...

Die rechte Wagenheberaufnahme war überhaupt nicht mehr vorhanden und der Innenschweller bereits so dünngerostet das auch dieser ersetzt werden mußte.Erstaunlicherweise schlossen noch alle Türen wunderbar...selbst auf der Hebebühne...

Auch die hintere rechte Wagenheberaufnahme war schon stark vom rost befallen so das ich auch diese erneuerte...

Den vorderen Innenschweller trennte ich so weit es nötig war heraus und fertigte mir anhand des Musters einen neuen an...nur das dieser aus1,5mm statt 1,0mm starken Blech gefertigt wurde...

Das rote Blech ist bereits der neue Einstieg....er muß jetzt nur noch eingepaßt werden

Hier ist er jetzt eingepaßt und wird im nächsten Schritt punktuell geheftet damit er sich nicht zu sehr verzieht beim verschweißen....ist dies geschehen kann der Innenschweller komplett verschweißt werden...

Die Schweißnähte bzw. Schweißpunkte werden nun mit Zinkspray grundiert...

Als nächstes wird die Wagenheberaufnahme eingepaßt....diese muß genauso wie die hintere genau sitzen da in dem Außenschweller die Aufnahmelöcher für den Wagenheber bereits gestanzt sind....wäre dumm wenn diese nachher 1-2cm versetzt zu den Löchern stehen würden...also heißt es mehrmals den außenschweller an-und abbauen bis es paßt..

Hier ist auch gut zu erkennen wie weit die A-Säule vom Rost zerfressen war....

Da es für diesen Bereich keinerlei Reparaturbleche gibt habe ich die Überreste sorfältig vermaßt und ebenfalls nachgebaut...vielleicht nicht auf den mm genau,dafür aber mit sicherheit Stabiler als es original jemals war...

In meinen Arbeits-und Restaurierungswahn habe ich hier leider vergessen ein paar mehr Bilder zu schießen....aber wie man sieht ist der Außenschweller bereits verschweißt..nicht ganz einfach da der Schweller an den Innenkanten der Säulen vom Hohlraum der Schweller verschweißt ist...ich habe da mit Sützblechen ein wenig getrixt was zur Folge hatte das auch dieser Bereich stabiler als je zuvor ist...hi

Halbzeit.......die erste Seite ist fertig..nun mal schauen wie die andere aussieht....

Im Grunde könnte ich die Beifahrerseite spiegeln...die Fahrerseite sah in keinster Weise besser aus....deshalb hier auch nur ein kleiner Ausschnitt der Arbeiten...

Auch hier ersetzte ich den vorderen Teil des Innenschwellers sowie einen Teil des Bodenbleches(grauer Bereich)

Nun ist auch die Fahrerseite fertig....bereits mit eigepaßten Türen die ich schon vorher restauriert hatte...

 

Die Radläufe waren noch top...ich mußte lediglich nur die Endspitzen und die abgebildete Rundung nachbauen...

Die Aussenschweller sind bereits fertig....jetzt ist die Fronttraverse dran...um hier besser arbeiten zu können fahre ich die Flosse mal besser auf die Böcke...

Hiefür muß jedoch der Kühler raus und die Hupen demontiert werden...die Traverse ist ebenfalls mächtig angerostet und nur durch einen Komplett-ersatz in den Griff zu bekommen

So..Traverse ist raus...die Längsholme sind noch tadellos und Rostfrei..also ist hier kein Handlungsbedarf..

Jetzt heißt es die Karosse für den Lackierer vorzubereiten..also alles muß raus und demontiert werden...auch hier kommt die ein oder andere Stelle zum vorschein die noch einer Nachbearbeitung bedarf...

Typischer Rostschwerpunkt der Flossen sind die Schiebedachabläufe und die Wasserabläufe der Heckdeckelschaniere sowie die der C-Säulenentlüftung,,,alles zusammen sammelt sich in einem Hohlraum hinter der Seitenwand und entgießt sich durch Kiemen im Innenradhaus...die Wasserabläufe habe ich verlegt und die C-Säulenentlüftung mit einem Alu-Blech dicht verklebt so das der Hohlraum versiegelt in Rente gehen kann....

Beide Bodenbleche erwiesen sich als erfreulich Rostfrei ...hier habe ich lediglich die alten Anti-Dröhn-Matten entfernt um eventuellen Rostnestern auf die Schliche zu kommen..doch leider war hier nix zu entrosten...also neue Matten rein und fertig....

Der Dachhimmelbereich hat mich eh in der Vergangenheit immer geärgert...jedesmal wenn ich die Fenster geöffnet hatte flogen mir kleine Schaumstoffkrümmel in die Augen....nach entfernen des Dachhimmels wußte ich nun auch wo die herkommen....es war die innere Schaumstoffpolsterung die im laufe der Zeit zerbröselte....und das für die nächsten 50 Jahre in den Griff zu bekommen verkleidete ich den Bereich des Himmels nun mit Industriefilterwatte die sich hervorragend zum auspolstern eignet...

Zwischendurch mußte ich noch kurz mit meiner kompletten Halle und den ganzen ersatzteilen nach Fröndenberg-Altendorf umziehen da ich hier einen größeren Hallenplatz bekommen habe....dies war der Anfang für meinen weiteren Autos da jetzt ja der Platz vorhanden war...hi

Zum Glück erfolget dies zu einem Zeitpunkt als die Flosse noch fahrbereit war und so war der gesamte Umzug an einem Wochende vollbracht..

So..Werkstatt ist eingereichtet und zwar so das  nix gesucht werden muß...au weia-da war ich noch jung und schlank....

Ach wenn sie doch schon fertig wäre...aber wir haben ja erst den 09. März und bis zum nächsten Sommer habe ich meine Elise -wie sie nun heißt- auch wieder auf der Straße....elise nach dem blauen Armeisenbär in Paulchen Panther benannt...hi

Die Türen hatte ich ja bereits erwähnt schon im vorfeld restauriert...hier waren es jetzt die letzten Einpassungen vor der lackierung...sollte man unbedingt vorher nochmal kontollieren -denn spätere Richtarbeiten mit frischem Lack sind immer blöde...

Den Motor hatte ich zum lackieren der Karosse ausgebaut um Platz für den Lackierer zu schaffen..außerdem nutzte ich die Zeit um alle Aggregate zu überholen wie z.B. neue Lager und neue Kohlen einzubauen...

Anschließend lackierte ich alle Teile neu und versah den Motorblock ebenfalls mit frischer schwarzer Farbe...diese Arbeiten die ins Detail gehen machen sich später durch einen sehr schönen optischen Eindruck bemerkbar...

Weitere Bilder folgen...irgenwie vermisse ich noch welche vom Lackieren...